Hoffnungszeichen statt Weltuntergang


Am Dienstag trafen sich in der evangelischen Kirche in Horn mehr als achtzig Personen zum ökumenischen Frauengottesdienst. Das Vorbereitungsteam aus katholischen und evangelischen Christinnen hatte ein Apfelbäumchen dabei. Es wurde berichtet, dass Martin Luther trotz eines drohenden Weltuntergangs noch ein Apfelbäumchen pflanzen würde als Symbol für eine gute Zukunft und Gottes Wirken in unserem Leben. Er war überzeugt, dass die Menschen für das Heute und das Morgen Sorge tragen müssen. Im Verlauf des Gottesdienstes wurde Wangari Mata Maathai vorgestellt, eine kenianische Wissenschaftlerin, die in einfachen Verhältnissen groß geworden war. Sie wusste, wie wichtig Bäume für die Versorgung der Familien war, mussten doch Frauen und Mädchen täglich weite Wege in Kauf nehmen, um Feuerholz zu besorgen. Sie hat im Jahre 1977 ganz klein angefangen und mit ihrem Aufforstungsprojekt Green Belt Movement (Grüngürtel-Bewegung) mehr als 51 Millionen Bäume gepflanzt. So wurde das Thema des Gottesdienstes ganz deutlich: „Alles muss klein beginnen“. Heute wird Wangari Mata Maathai auch „die Mutter der Bäume“ genannt, ist sie doch Vorbild für viele Aktionen, die klein beginnen, bei denen aber die Samen für die Zukunft ausgestreut werden. Das können auch die Gottesdienstteilnehmerinnen- und Teilnehmer tun. Sie haben eine Samenkarte bekommen, mit der sie im Frühling ihre Gärten zum Blühen bringen können als Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht.
Den ökumenischen Frauengottesdienst begleitete erstmals der Gospelchor Spirit aus Riegenroth, der die Gottesdienstbesucherinnen und Gottesdienstbesucher bei einem Teil seiner Lieder wunderbar mit einbezog. Nach dem Gottesdienst gibt es immer Gelegenheit zu Austausch und Gespräch. Dafür hatten die Frauen der Pfarrei Zehn Türme dankenswerter Weise ein üppiges Büfett vorbereitet, bei dem viele Frauen noch lange verweilten.
Die Kollekte ging zur Hälfte an die Kirchengemeinde für den barrierefreien Zugang zu der schönen Kirche in Horn, die andere Hälfte ist der ökumenischen Veranstaltung „Kirche Kunterbunt“ zugedacht. Das Apfelbäumchen hat an der Konradkapelle in Külz seinen Platz gefunden und wird in einigen Jahren hoffentlich viele Früchte für die Radfahrer tragen, die dort eine Pause einlegen.
