Liebe Schwestern und Brüder in unserer Pfarrei Kastellaun,
liebe Besucherinnen und Besucher unserer Homepage,
wenn wir Erntedank feiern, danken wir Gott für die Früchte der Erde, für Nahrung, Arbeit und alles, was unser Leben trägt. Doch in diesem Jahr fällt es schwer, nur auf die reichen Gaben der Schöpfung zu blicken. Die Bilder brennender Wälder in vielen Regionen Europas stehen uns deutlich vor Augen. Hitzewellen, Dürre und Naturkatastrophen erinnern uns daran, wie verletzlich unsere Welt geworden ist.
Die Schöpfung Gottes ist ein kostbares Geschenk. Sie schenkt uns Lebensraum, Schönheit und die Grundlagen unseres Lebens. Gleichzeitig erleben wir, wie sie durch Ausbeutung, Verschwendung und rücksichtslose Nutzung ihrer Ressourcen an ihre Grenzen kommt. Oft leben wir so, als stünde uns die Erde unbegrenzt zur Verfügung. Doch die Natur macht uns deutlich, dass unser Handeln Folgen hat.
Schon auf den ersten Seiten der Bibel wird dem Menschen die Erde anvertraut, damit er sie „bebaut und bewahrt“ (Gen 2,15). Bewahren bedeutet mehr als nur nutzen. Es bedeutet Verantwortung übernehmen, auf die Grenzen der Schöpfung achten und auch an die kommenden Generationen denken. Christlicher Glaube und Schöpfungsverantwortung gehören untrennbar zusammen.
Gerade deshalb ist Erntedank mehr als ein Fest der Dankbarkeit. Es ist auch ein Moment der Besinnung. Wir fragen uns: Wie gehen wir mit den Gaben Gottes um? Wo können wir achtsamer leben, nachhaltiger handeln und unseren Beitrag zum Schutz der Schöpfung leisten? Niemand kann die Probleme der Welt allein lösen. Aber jeder Mensch kann Verantwortung übernehmen, im Kleinen wie im Großen.
Trotz aller Sorgen dürfen wir hoffnungsvoll bleiben. Gott hat seine Schöpfung nicht aufgegeben. Er vertraut sie weiterhin unseren Händen an. Wenn Dankbarkeit und Verantwortungsbewusstsein zusammenkommen, kann Neues wachsen: mehr Achtsamkeit, mehr Solidarität und mehr Respekt vor allem Leben.
So wollen wir an diesem Erntedankfest Gott danken für alles Gute, das wir empfangen, und zugleich um die Kraft bitten, seine Schöpfung zu schützen und zu bewahren.
Gemeindereferent Werner Wagner










