Mörsdorf:Kirche St. Kastor Mörsdorf
Die Kirche St. Kastor Mörsdorf

Mörsdorf kann auf eine 1000jährige Kirchengeschichte zurückblicken. Bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts wird im Verzeichnis der trierischen Erzbischöfe (Liber annaliumm iurium) für Mörsdorf eine Kapelle genannt (Moresdorf capella). 1280 war Heinrich der Pleban Pfarrer von Mörsdorf. Seit dieser Zeit sind die Pastöre nachweisbar. 1346, nach Bewilligung eines Ablasses von Rom, erfolgte vermutlich der Bau einer Kirche. Bereits 1439 hatte die Kirche den Rang einer Pfarrkirche.
Diese ältere Kirche, mit einem ansehnlichen Turm, stand von 1346 bis 1767 an der Stelle, an der die heutige Kirche steht. Sie war in der Länge und in der Breite um 1/3 kleiner und nach 430 Jahren zu klein und renovierungsbedürftig geworden. Die bischöfliche Behörde verpflichtete die Pfarrgemeinde im Jahre 1763 zum Neubau einer Kirche, die laut Bauvertrag vom 15.01.1767 und nach Plänen des Baumeisters Paul Stähling aus Straßburg errichtet wurde. Um die Kirche wurde der Friedhof angelegt, mit einer Bruchsteinmauer umgeben.
Die Kirche ist ein Barockbau, der aus Bruchsteinen gemauert und danach verputzt wurde. Das fünfachsige Schiff und der flachdreiseitige Chorschluss messen 29,50 Meter mal 11,19 Meter, die zweigeschossige Sakristei 4,35 Meter mal 4,00 Meter. Der Turm ist viergeschossig und hat eine Höhe bis unter das Kreuz von 32 Metern.
Die Ausstattung der Kirche zeigt einheitlich gehaltene Rokokoformen.
Im Glockenturm hängen heute noch zwei Glocken aus der alten Kirche. Die kleine Glocke (Maria) aus dem Jahr 1459 und die große Glocke (Maria) aus dem Jahr 1523. Die mittlere Glocke ist aus dem Jahr 1955 (Joseph). Mit ihr wurde auch das elektrische Läutwerk installiert.
Die Orgel in der Kirche ist aus dem Jahr 1891, erbaut von Heinrich Voltmann.
Nach der umfangreichen Renovierung in den 1980er Jahren wurde in den Schlussstein über dem Portal über der Jahreszahl der Erbauung 1768 noch die Jahreszahl 1989 eingemeißelt.
Der Pfarrpatron der Kirche ist der Heilige Castor, ein Christ aus Aquitanien. Der Trierer Bischof Maximinus entsandte ihn um das Jahr 350, um das Christentum zu verbreiten. Er starb am 13. Februar 379 in Karden, wo er viele Jahre als Einsiedler in einer Höhle lebte.
